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Wie richte ich mein Bad ein?

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Es ist noch nicht so lange her, da war das Badezimmer in Wohnungen und Häusern eher so etwas wie eine lästige Pflicht, die nun mal eingebaut werden musste. Begriffe wie „Nasszelle“ zeugen davon. Ein modernes Bad ist sicherlich keine Zelle, denn inzwischen geben die Planer und Architekten den Räumen zur Körperpflege wesentlich mehr Raum, sodass aus der „Waschgelegenheit“ ein Ort der Entspannung wird, vorausgesetzt, das Interior stimmt.

Mit den Fliesen fängt es an

Wer gerade dabei ist, in seinem oder ihrem neuen Haus beziehungsweise während einer Renovierung das Badezimmer zu planen, sollte sich intensiv um die Wahl der Fliesen für das Bad kümmern. Es lohnt sich durchaus, hier etwas mehr Zeit zu investieren, denn das fliesen eines Raumes kann nicht mit dem tapezieren oder streichen einer herkömmlichen Wand verglichen werden. Fliesen einfach mal schnell auszuwechseln, weil der Farbton oder das Muster nicht gefällt, wäre nun mal ein wesentlich größerer Kostenpunkt als neue Farbe oder neue Tapete. Darum ist es gut, zu überlegen, ob die ausgesuchte Fliese auch noch in 10 oder 15 Jahren dem persönlichen Geschmack entspricht.

Systematisch planen

Die Einrichtung eines Badezimmers lässt sich genau wie ein komplettes Haus planen, wobei auch im Badezimmer alles mit der Basis anfängt, natürlich nicht etwa einem Fundament, sondern mit den Badezimmermöbeln, die sich auf oder in der Nähe des Bodens befinden. Einmal von den festen Einbauten wie einer Dusch- oder Badewanne sowie der Toilette, dem Urinal oder dem Bidet abgesehen, handelt es sich hierbei um den Unterschrank für den Waschtisch und ebenso einen Badschrank. Die Auswahl hierfür ist groß und schnell besteht die Gefahr, dass aus einer einheitlichen Linie ein bunter Mix an Möbeln wird, der sicher interessant wirken mag, aber nicht so richtig zusammen passt. Aufgrund ihrer Größe stellen sowohl der Unterschrank wie auch der Badschrank zwei dominierende Möbel im Badezimmer dar, nach deren Design sich die restliche Ausstattung orientieren sollte.

Billige Möbel

Der Begriff billig wird ja nicht so gerne verwendet, sondern eher das Adjektiv Preiswert, wobei das in einem Badezimmer immer eine Gratwanderung ist. Die Ausstattung eines Badezimmers ist wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt als alle anderen Einrichtungsgegenstände eines Hauses oder einer Wohnung. Wasserdampf ist hierbei der Hauptfeind Nummer 1, der aus sehr preiswerten oder sehr günstigen Badmöbeln in relativ kurzer Zeit unansehnliche und untaugliche Gegenstände macht. Natürlich lässt sich ein Badmöbel Set günstig in jedem Baumarkt erwerben, aber in kürzester Zeit quellen die Faserplatten, aus denen diese Badezimmermöbel gefertigt werden, an den Ecken und Kanten auf, auch wenn in der Beschreibung steif und fest behauptet wird, das die Möbel wasserunempfindlich sind. Dazu kommen schlecht verarbeitete Verbindungen oder die Umleimer zur Abdeckung der Möbelkanten sind unsauber aufgebracht. Der erste gute Eindruck zu günstiger Badmöbel wird oft schnell enttäuscht.

Badezimmermöbel aus Holz

Mit Holz im Badezimmer haben nicht wenige Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer so ihre Probleme, immer in der Annahme, dass sich Badezimmermöbel, massiv aus Holz gefertigt, nicht mit der Feuchtigkeit vertragen. Diese Befürchtung kann dank neuer Verfahren in der Holzbearbeitung beruhigt zu den Akten gelegt werden. Dabei werden die Hölzer einer Vollimprägnierung unterzogen, die sich nicht nur auf wenige Millimeter an der Oberfläche des Holzes beschränkt, sondern das Holz komplett durchdringt. Der gesamte Vorgang erfolgt in einem, bildlich gesprochen, riesigen Dampfdruckkochtopf, wobei ein spezieller Imprägnierstoff mittels Überdruck in das Holz eindringt. Neben der absoluten Wasserfestigkeit sorgt diese Imprägnierung gleichzeitig dafür, dass sich die Badmöbel aus Holz nicht im Laufe der Zeit verziehen. Trotzdem behalten die Möbel die einzigartige Ausstrahlung, die der Werkstoff Holz mit seiner individuellen Maserung besitzt.

Das optische Zentrum

Jeder Raum besitzt ein optisches Zentrum, einen Blickfang, etwas worauf sich der Besucher des Raumes zuerst konzentriert. In einem Badezimmer ist dies in den meisten Fällen der Spiegelschrank. Die Wirkung beruht hauptsächlich auf der Anbringung des Spiegelschranks in Augenhöhe und der relativen Größe im Verhältnis zum Raum. Folglich stellt der Spiegelschrank so etwas wie die Visitenkarte des Badezimmers dar. Spiegel besitzen den Vorteil, ob nun als Hängeschrank über dem Waschtisch oder als einzelnes Objekt, das sie sich sehr gut mit verschiedenen Möbeln kombinieren lassen. Natürlich kann der Spiegel im Detail der Einrichtung angepasst werden. Zu einem Badezimmer im Jugendstil passt etwa ein entsprechender Spiegelschrank mit einem eingeätzten Blumendekor, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ablagen und Regale

Neben dem Stil und Design des Badezimmers sollte seine Funktionalität nicht vergessen werden und da sind Ablagen und Regale die richtigen Elemente, um all die kleinen Dinge unterzubringen, die in einem Badezimmer benötigt werden. In der Realität ist das Badezimmer in vielen Fällen auch der Ort, an dem die Waschmaschine steht und die benötigt zum Betrieb nun mal Waschmittel und Weichspüler oder auch Kalkenthärter. Für diese Produkte genauso wie für Handtücher oder Körperpflegemittel bieten sich passende Ablagen an. Das für solche Ablagen gerade in Badezimmern oft Glas verwendet wird, ergibt sich einfach daraus, das dieses Material sehr pflegeleicht und unempfindlich gegen die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte ist. Zudem bietet sich Glas gerade für kleine Regale an, da es sich unauffällig in verschiedene Stile integrieren lässt. Allerdings sollte sich die Anzahl der Gegenstände auf den Regalen beschränken, um es nicht überfüllt wirken zu lassen. Besser ist es, einen Teil der benötigten Sachen im Badschrank oder im Unterschrank zu verstauen.

Dekoration

Die Deko eines Badezimmers sollte schon Wasserfest sein. Der bereits erwähnte Wasserdampf ist ein sehr wirksames Mittel um Nähte oder Leimverbindungen aufzulösen genauso wie Papier oder Karton. Gerahmte Grafiken auf Büttenpapier im antiken Holzrahmen sind demnach eher ungeeignet als Deko im Badezimmer. Bilder und Fotografien können das Gesamtbild eines Badezimmers durchaus auflockern, dann aber besser aufgezogen auf einer Alu-Bond-Platte und in einem Aluminiumrahmen. Pflanzen sind gerade in Badezimmern immer gern gesehene Dekorationen, wobei sich Rankgewächse in Hängeampeln besonders gut machen und dazu noch platz sparend unter der Decke angebracht werden können. Mit der entsprechenden Beleuchtung lässt sich so sogar ein Dschungel-Ambiente herstellen.

Das eigene Badezimmer wirklich so einzurichten, dass es zum Einen seine Funktionalität be- oder erhält und zum Anderen ein angenehmes Ambiente besitzt, ist nicht einfach. Es ist ein Zusammenspiel der einzelnen Einrichtungsgegenstände, deren perfekte Kombination viel Erfahrung benötigt. Wer sich hier nicht sicher ist und ungern die nächsten Jahre ein Badezimmer täglich in der eigenen Wohnung aufsuchen möchte, das ihm oder ihr nicht wirklich gefällt, sollte sich an einen Profi-Badausstatter wenden. Dessen Erfahrung und Know-how ist oft Gold wert und verhindert so manche unnötige Investition.

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